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Besuch bei Familie Kipsch

von Redaktion Thüringen / Webredaktion alle LVs

Pottiga. Gemeinsam mit Katrin Gersdorf aus Neundorf bei Bad Lobenstein habe ich gestern Familie Kipsch in Pottiga kennengelernt. Der Bürgermeister der kleinen Gemeinde im Südosten von Thüringen begleitete uns.

Für Katrin Gersdorf und mich war es wichtig, einen ersten Kontakt zur Familie herzustellen und die Lebensumstände der Familie kennenzulernen. Bisher wussten wir nur aus den Pressemitteilungen, dass die acht Kinder der Familie in der Vorweihnachtszeit ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall verloren haben.

Die Schwester der verstorbenen Mutter hat gemeinsam mit dem Jugendamt die Vormundschaft für die beiden noch minderjährigen Jungen (3 und 6 Jahre) sowie für den Enkel (4 Jahre).
Im Haus wohnen weiterhin die 18 jährigen Zwillinge der Mutter aus früherer Ehe. Eine Tochter ist von Montag bis Freitag in Schleiz und absolviert in Gera ein Vorbereitungsjahr. Am Wochenende kommt sie nach Pottiga zu ihrem Sohn und ihren Brüdern.

Die drei Kinder von Herrn Kipsch aus frühreren Ehen waren ebenfalls anwesend. Sie sind im Alter von 23 - 28 Jahren und wohnen nicht mit im Haus.

Die Patchwork-Familie lebt in einem kleinen, sehr baufälligen Haus aus dem 17. Jahrhundert (niedrige Decken, Lehmwände, etc.). Das Dach ist teilweise so kaputt, dass es hinein regnet und Räume nicht bewohnbar sind. Der Wohnraum ist sehr beengt, Bürgermeister Sell schätzt die Wohnfläche auf 100 - 150 qm. Das gesamte Hause bedarf dringend einer Modernisierung. Die Kosten für einen grundhaften Um- und Ausbau können die Kinder und die Tante nicht stemmen. Die Gemeinde hat sich sehr aktiv um Unterstützung und Hilfe durch Dritte bemüht.

Bürgermeister Sell berichtete, dass in den vergangenen Wochen zunächst die Eigentumsverhältnisse am kleinen Hausgrundstück (ca. 370 qm) geklärt werden sollten. Das Grundstück ohne Garten und Grünfläche ist mit Hypotheken belastet. Man sei im Gespräch mit der Bank, um eine Lösung für die Kinder zu finden und das Haus zu übernehmen.

Dringend benötigt die Tante ein größeres Fahrzeug. Täglich muss sie die drei Jungen in den 5 km entfernten Kindergarten nach Blankenstein fahren. Das "Familienauto" bietet keinen weiteren Platz für die beiden großen Brüder. Gemeinsame Fahrten/Ausflüge sind nur möglich, wenn die älteren Kinder den weiteren Transport übernehmen.

Einer der beiden Zwillinge hat eine Lehre als Landschaftsgärtner begonnen. Für den zweiten Bruder gestaltet sich die Suche nach einer Ausbildungsstelle schwierig. Er würde gern KFZ-Lackierer werden, hat aber nur einen Hauptschulabschluss.

Auf die Tante und die Kinder warten großen Herausforderungen bei der sie jede Unterstützung gebrauchen können. Wir haben unsere Mithilfe und langfristige Unterstützung angeboten. Wichtig ist, dass die Familie ihren Bedarf benennt und an uns herantritt.

Trotz der schwierigen Lebensumstände fand ich es toll, alle Kinder von Heike und André Kipsch an diesem Tag kennengelernt zu haben. Die Familie hält zusammen und unterstützt sich im Alltag.

Familie Kipsch ist herzlich zu unserem Familientreffen am 17.5. nach Saalfeld eingeladen.

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