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"Eine Frage der Klugheit"

von Redaktion Thüringen / Webredaktion alle LVs

Familienverbände zum Gespräch bei Ministerpräsident Ramelow

Erfurt. Am Gespräch mit Ministerpräsident Bodo Ramelow nahmen Herr Frank Schulze (LMinR Abteilung 2 Soziales), Frau Nanette Willkomm (Referat 26 der Staatskanzlei) und Frau Dr. Kerstin Dellemann (Referat 44 - Kindertagesbetreuung und frühkindliche Bildung) teil.

Der Einladung des Thüringer Ministerpräsidenten waren Vertreter der im AKF vertretenen Familienverbände gefolgt. u.a. Shia e.V. Weimar, VAMV e.V. Gera, Familienbundes der Katholiken Erfurt, Deutsche Familienverband, eaf und Mitmenschen e.V. Erfurt gefolgt.

Bereits in seiner Begrüßung betonte Bodo Ramelow die Bedeutung der Familie und hob die besondere Stellung von kinderreichen Familien heraus. Er verwies auf seine eigene Herkunft als viertes Kind der Familie. Immer wieder während des 1 1/2 stündigen Gespräches stellt er die Kinder in den Mittelpunkt und setzt sich für deren Belange ein.

Er findet klare Worte und kluge Anlysen um die aktuelle Situation im Freistaat (z.B. 16 Nahverkehrsbetriebe) darzustellen, welche den Lebensalltag von Familien prägen.

Familien sind an einer guten Infrastruktur und einen strukturierten Bildungssystem interessiert. Der Ministerpräsident machte deutlich, dass eine zukunftsfähige Infrastruktur nur unter Berücksichtung der zu erwartenden Geburten und damit zu erwartenden Besuche von Schulen möglich ist. Ideen, wie dies auch im ländlichen Raum im Interesse von Kindern gelingen kann, wurden angesprochen. Kleine Schulen haben insbesondere im ländlichen Raum eine Existenzberechtigung und könnten sich zu "Campussen" weiterentwickeln, an welchen alle Schulformen, Volkshochschulen, Bibliotheken und ggf. Kindergärten ganzjährige Angebote vorhalten.

Das bestehende Schulhortmodell wurde um zwei weitere Jahre verlängert. Eine Verbesserung soll es bei der Einbindung und Ausbildung der Hortnerinnen geben.

Herr Schulze hob den "unverbauten Blick" nach der neuen Ressortzuschneidung der Ministerium auf Familien hervor. Familienpolitik ist eine Querschnittsaufgabe und vielfältiger zu betrachten, als nur nach dem Sozialgesetzbuch (SGB).

Ein wichtiges Thema für Ministerpräsident Ramelow sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Aktuell leben in Thüringen 30. Erwartet werden für das Jahr 2016 ca. 600. Dies erfordere ein langfristiges Handeln und vorausschauendes Konzept zur Unterbringung und Integration. Er betonte, dass er für alle Anregungen und Unterstützungen sehr dankbar und offen ist.

Immer wieder stellte der Bodo Ramelow Kinder in den Mittelpunkt seiner Ausführungen und fordert die Familienverbände eindringlich auf, Kinder aus "Hartz IV" nicht aus dem Blick zu verlieren. Angebote in Familienzentren reichten nicht aus, um diese bis in die Familien der Kinder zu tragen.

Der KRFD/LV machte deutlich, dass Unterstützungen besonders in den Familien notwendig ist . Eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung der zuständigen Jugendämter vor Ort ist unerlässlich, wenn Familien langfristige und strukturell nachhaltige Hilfe erlangen sollen. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Familien, Familienhilfe und Jobcenter gibt es bereits in Jena. Ein Erfahrungsaustausch und Ausbau dieser Strukturen auf andere Regionen in Thüringen unterstützt der Landesverband kinderreicher Familien.

 

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