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10. Diakoniekongress

von Redaktion Thüringen / Webredaktion alle LVs

Nach der Andacht von Landesbischöfin Ilse Junkermann und einer herzlichen Begrüßung von Dr. Klaus Scholtissek, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Diakoniestiftung, richtete Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow das Wort an die Gäste. "Nur was sich verändert, mit der Zeit geht, hat Bestand", sagte er – auch im Blick auf die Entstehung der Diakoniestiftung. Drei Thüringer Traditionsstiftungen und die Diakonie Stetten waren vor mehr als zehn Jahren aufeinander zugegangen, um den großen Stiftungsverbund zu gründen. Es ging und geht darum, zukunftsfähig zu bleiben, für hilfebedürftige und alte Menschen da sein zu können, ihnen ein möglichst selbst bestimmtes Leben zu ermöglichen. Dieses gemeinsame Anliegen, dieses Ziel verbindet die Mitarbeitenden der Diakoniestiftung und das griff Prof. Dr. Gerald Hüther, der Hauptredner des 10. Sozialkongresses, auf.


In seinem Vortrag, mit dem Titel: „Über die Kunst, sich gemeinsam auf dem Weg zu machen", sprach er davon, dass der Mensch gerade kein Einzelwesen sei, sondern die Gemeinschaft mit anderen existentiell braucht. Wie dieses Miteinander, diese Gemeinschaft gut gelingen kann, dafür hatte der Neurobiologe zahlreiche Anregungen: so aufeinander zugehen, dass der andere nicht zum Objekt meiner Wünsche wird, sondern mehr Subjekt seiner selbst. Es komme darauf an, ein echtes, gemeinsam identifiziertes Anliegen zu verfolgen, dem jeweiligen Mitmenschen die Möglichkeit zu geben, die je eigenen Potenziale zu entfalten. Dazu gehört auch, Hierarchien zu durchbrechen und sich selbst stets weiterentwickeln.

In der Plenumsdiskussion plädierten viele Teilnehmende dafür,  die schon jetzt zu hohen Regelwerke in den sozialen Hilfefeldern nicht noch weiter in Richtung Überegulierung zu treiben. Es brauche Freiräume, intelligente Budgetierungen und mehr subsidiäre Selbstorganisation. Die Podiumsdiskussion „Gemeinsam auf dem Weg" wurde zu einem lebendigen und intensiven Austausch mit zahlreichen Anregungen und Anstößen für Veränderungen im Miteinander – dies geschah dank der interessanten Besetzung:


Dr. Cornelia Haase-Lerch, designierte Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt und Abteilungsleiterin Standortpolitik, Recht und Steuern;
Prof. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe und Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung;
Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Ev. Kirche in Mitteldeutschland;
Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland;
Heike Werner, Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie und
OKR Christoph Stolte, Vorsitzender der LIGA der freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e. V. und Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland.
Moderation: Paul Andreas Freyer, Nachrichtenredakteur MDR Thüringen Journal

Insgesamt gab der Sozialkongress viele Impulse zum Wirken der einzelnen Hilfefelder. Und immer wieder wurde auch deutlich, wie stark eine gute Vernetzung ist. Am Nachmittag wurde die Themen die in drei Fachforen vertieft: 

Fachforum 1: Der Weg ist das Ziel. Die gewaltfreie Kommunikation zeigt, wie es geht. Impulsvortrag mit anschließenden Übungen und gemeinsamen Austausch, Roland Eggert Gewaltfreie Kommunikation & Systemaufstellungen

Fachforum 2: BTHG umsetzen - Den Weg gemeinsam gestalten. Impulsreferat und Dialog u.a. mit Vertretern der Werkstatträte und OKR Christoph Stolte, Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrts-pflege in Thüringen e. V. und Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland

Fachforum 3: Was Kinder brauchen, um gut aufwachsen zu können? Impulsvortrag mit anschließender Diskussion Prof. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe und Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung.

All das wurde durch ein vielfältiges Rahmenprogramm ergänzt. In den Pausen gab es die Möglichkeit zum Austausch, zum Besuch der vielen Messe - und Infostände.

Quelle: https://www.diakonie-wl.de/sozialkongress/

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