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Thüringen braucht mehr Augenmaß - Tag der Familie

von Redaktion Thüringen / Webredaktion alle LVs

Sozial schwache Familien von finanziell schwachen Familien besser unterscheiden

Pressemitteilung zum Tag der Familie, 15. Mai 2019

Weimar. „Sozial schwache Familien müssen deutlicher von finanziell schwachen Familien unterschieden werden“, fordert Katrin Konrad Geschäftsführerin des Verbandes kinderreicher Familien Thüringen e.V. anlässlich des „Tages der Familie“ am 15. Mai 2019.

Thüringen brauche mehr Augenmaß bei der Gestaltung von Gebühren und deren Konsequenzen für Mehrkindfamilien. „Wir müssen die künstlich erzeugte Familienarmut überwinden und stattdessen den Familien helfen, das zu leisten, was sie leisten wollen: Kinder sicher großziehen, Verantwortung gern wahrnehmen, angstfrei die Zukunft angehen“, fasst Konrad zusammen.

Mehrkindfamilien haben häufig sehr begrenzte finanzielle Mittel, seien dadurch aber bei weitem nicht automatisch sozial schwach“, sagt Konrad.

Familien, die über wenig Geld verfügen, dürfen wir nicht automatisch unterstellen, dass sie durch Unfähigkeit oder Unwilligkeit in eine finanziell schwierige Lage kommen“, fordert Konrad und weist darauf hin, dass viele Familien unverschuldet in Notlagen kommen. „Strukturelle Verbesserungen etwa in den Gebührenstaffel bei den Abfallgebühren würde manche Armutsfalle aus dem Weg räumen“, so Konrad. Besonders hohe Grundgebühren fallen für Familien aus dem Weimarer Land mit 66,64 € pro Person an. Eine fünfköpfige Familie muss gem. Bescheid für 2019 insgesamt 333,20 € zahlen.

Weiteres Negativbeispiel im Freistaat ist die Umstellung der Berechnung von einer degressiven auf eine lineare Berechnung bei den Festgebühren durch den Abfallverbandes ZASO in den Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla. „Große Familien werden besonders hart getroffen“, stellt Konrad fest. Bereits bei Einzelhaushalten fielen bis zu elf Prozent in 2019 mehr Kosten an. Für eine Familie mit drei Kindern sind es 43 Prozent mehr Kosten, bei sechs Kindern steigert sich die Belastung auf 47 Prozent. Eine fünfköpfige Familie muss nun 76,32 € mehr aufwenden und damit insgesamt 254,40 € pro Jahr aufwenden. „Gegen politische Maßnahmen zur Reduktion von Müll ist nichts einzuwenden“, so Konrad, „doch große Familien produzieren nicht vorsätzlich oder leichtsinnig mehr Müll, sondern sie haben einfach einen höheren Bedarf an Nahrungsmitteln und haushaltsnahen Produkten, was über die Verbrauchs - und nicht über die Grundgebühren berechnet werden sollte."

Die gestiegenen Kosten des Abfallverbandes werden auf die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft umgelegt, auf die Kinder und ihre Familien. Die neu geregelten Festgebühren pro Person übersteigen bei weitem die Verbrauchsgebühren der Familien für den tatsächlich anfallenden Hausmüll/Sperrmüll. Ein effektiver Anreiz zur Abfallvermeidung ist nicht gegeben. "Eine ausgewogene Neufassung der Gebührenstaffel unter Beachtung des Rechtsrahmens, des tatsächlichen Nutzungsverhaltens und sozialer und familienpolitischer Belange", mahnt denn auch Konrad mit Blick auf den Tag der Familie an.

Sozial schwach sind Familien, wenn es ihnen nicht gelingt, für ihre Familien oder für sich allein den Alltag zu organisieren. Dazu gehören die Pflege der Wohnung, die Versorgung der Familienmitglieder mit sauberer Kleidung und regelmäßigen warmen und kalten Mahlzeiten. In der Folge nehmen die Menschen immer weniger am gesellschaftlichen Leben teil, den Kinder werden Chancen zur Bildung und Entwicklung vorenthalten. „Wie viele Menschen an dieser Aufgabe scheitern sehen wir an der beängstigenden Zahl der sogenannten Inobhutnahmen durch die Jugendämter“, so Konrad.

*Ende der Pressemitteilung*

 

Über den Verband Kinderreiche Familien Thüringen e.V.

Der Verband vertritt im Freistaat die Interessen Familien mit drei und mehr Kindern. Er setzt sich in Politik, Wirtschaft und Medien für ihre Interessen ein. Der Verband versteht sich als Netzwerk von Mehrkindfamilien, die sich untereinander unterstützen und die Öffentlichkeit erreichen wollen. Der Verband ist überparteilich und konfessionell ungebunden.

 

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