Generationen verbinden – Sozialplanung als kommunale Zukunftsaufgabe
Erfurt. Prof. Dr. Holger Wunderlich, Professor für Sozialraumorientierung und Sozialarbeitsforschung an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, setzte mit seinem Vortrag „Integrierte Sozialplanung für zukunftsfähige Kommunen: sozialraumorientiert, partizipativ und kooperativ“ zu Beginn der Veranstaltung wichtige Impulse.
Er hob hervor, dass sich mit zunehmender Auseinandersetzung mit den Herausforderungen unserer Zeit immer deutlicher zeigt: Kaum ein gesellschaftliches Thema lässt sich ohne die Perspektive der Generationen betrachten. Eine zentrale Aufgabe bestehe deshalb darin, Generationen aktiv miteinander zu verbinden.
Dabei gehe es auch um das Zusammenspiel von Renten-, Sozial-, Wirtschaft- und Klimapolitik. Gerade auf der lokalen Ebene könne ein entscheidender Gegenpol entstehen. Ein Ort, an dem konkrete Begegnung statt abstrakter Debatten möglich werde. Gleichzeitig zeige sich in der Gesellschaft, dass diese Verbindung der Generationen nicht überall ausreichend gelinge.
Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, wie gezielt Räume der Begegnung geschaffen werden können und wie Strukturen so organisiert werden müssen, dass auch Angehörige schnell Unterstützung und Entlastung finden.
Ein zentrales Problem sei dabei die unzureichende Datenlage in den Kommunen sowie die fehlende Vernetzung bestehender Angebote. In diesem Zusammenhang wurde auch die Schnittstelle zur Klimasozialpolitik angesprochen. Dabei müsse stets die Zukunft im Blick behalten und stärker familienbezogen gedacht werden. Bestehende Netzwerke seien weiterzuentwickeln und konsequent auszubauen.
Entscheidend sei nach Prof. Wunderlich sind vor allem die Begegnung zwischen Menschen, die nur dann gelingen könne, wenn diese sich auch jenseits ihrer Arbeits- und Lebenswelten begegnen.
Sozialplanung dürfe dabei nicht davon abhängen, ob ein Landrat oder ein Oberbürgermeister die Notwendigkeit erkenne. Vielmehr müssten Träger, Vereine und Verbände deutlich machen, dass gute Sozialplanung den effektivsten Einsatz von Ressourcen ermögliche. Sie spare langfristig Kosten und stärke zugleich die sozialen Strukturen vor Ort.
Grundlage all dessen bleibe eine belastbare Datenbasis – nur so könne Planung wirksam, zielgerichtet und zukunftsfähig gestaltet werden.
Positions- und Forderungspapier
Als Grundlage für den Sozialgipfel haben die Partner ein Positionspapier und ein Forderungspapier erarbeitet. Darin werden die aktuellen Herausforderungen eingeordnet und der Bedarf an strategischer, integrierter Sozial(raum)planung begründet. Zugleich werden zentrale Handlungsbedarfe herausgearbeitet, insbesondere zur Stärkung verbindlicher Strukturen, einer belastbaren Datengrundlage und partizipativer Planungsprozesse.
Das Positionspapier beschreibt die aktuellen Herausforderungen und begründet die Notwendigkeit strategischer und integrierter Sozial(raum)planung. Das Forderungspapier konkretisiert daraus resultierende Handlungsbedarfe und benennt zentrale Schritte zur Stärkung verbindlicher Strukturen, einer tragfähigen Datengrundlage sowie partizipativer Planungsprozesse.